Berlin

Man braucht gar nicht darüber zu reden, es ist eine Selbstverständlichkeit: Berlin ist eine attraktive Stadt, die den Bewohnern wie auch den zahlreichen Besuchern aus aller Welt viel zu bieten hat. Die Stadt könnte ihre Stärken weiter ausbauen und sich prächtig entwickeln. Aber erstaunlicherweise passiert das Gegenteil. Das Flughafenprojekt BER ist nur das bekannteste aktuelle Symptom einer Krankheit, die inzwischen ganz Berlin infiziert zu haben scheint.

 

Offenbar hat diese Krankheit in den Köpfen der sogenannten Verantwortlichen begonnen, die mit ihren Neurosen und Minderwertigkeitsgefühlen flächendeckend Schaden anrichten. Diese sogenannten Verantwortlichen fordern von den Bürgern Veränderungen und Anpassungsbereitschaft, dabei sind sie selbst schon zu Salzsäulen erstarrt. Tatsächlich sind die Menschen Berlins sehr anpassungsfähig, man kann das nur bewundern. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht oder mit der U-Bahn fährt, der sieht auf den ersten Blick, was diese Stadt angerichtet hat: überall erschöpfte Gesichter, überall abgekämpfte und verschlissene Körper, deren Anpassungsbereitschaft längst überstrapaziert ist.

 

Die Menschen sollen dem angeblich positiven Wandel nicht im Weg stehen, wenn zum Beispiel ihr Kiez von Immobilienhaien gefressen wird. Zynischer kann eine Stadt mit ihren Bürgern kaum umgehen. Tatsächlich erstarrt sind jedoch nur die Gehirne der Oberen, denen es allein darum geht ihren Status zu sichern und Machtstrukturen zu erhalten. Von Demokratie kann in Berlin schon lange keine Rede mehr sein. Das Prinzip der Gewaltenteilung ist in Berlin aufgehoben, selbst die Justiz scheint diese Grundregel der Rechtstaatlichkeit wenn überhaupt, dann höchstens noch vom hörensagen zu kennen. Jeder, der etwas zu sein glaubt, ist mit jeder, die sich selbst sehr wichtig nimmt, vernetzt. Und wer nicht zu diesem verfilzten Netz gehört, der gehört zu denen, die täglich kämpfen müssen.

 

Den bisherigen Höhepunkt dieses Verfalls markierte der Richter des Landgerichts Berlin Dr. Helle in einer Verhandlung am 13.4.2011, indem er einen dieser nicht vernetzten Bürger, der offenbar zum Unwillen des Gerichts das Recht auf seiner Seite wusste, massiv bearbeitete und schließlich fragte, wer er denn sei? Der Bürger gehörte tatsächlich nicht zum Berliner Netzwerk der Berechtigten. Er hatte schlicht als Sachverständiger seine Ansichten auch im öffentlichen Interesse geäußert. Aber schon das war für das Gericht offenbar Grund genug, Justitia zu verleugnen. Für Richter Dr. Helle sei hinzugefügt: Justitia ist als Personifikation der Gerechtigkeit eine Leitfügur der Justiz. Sie urteilt ohne das Ansehen der Personen zu betrachten ausschließlich nach Abwägung der Sachverhalte. Deshalb wird sie üblicherweise mit Augenbinde und einer Waage in der Hand dargestellt.

 

Ebenso unbekannt wie die rechtsstaatlichen Grundsätze scheint in Berlin das Prinzip von Leistung und Gegenleistung zu sein. Die Oberen glauben auf Anstand und Fairness verzichten zu dürfen, die nach unten Getretenen sind ihrer Würde schon beraubt und können keine Gegenleistungen mehr anbieten. So verkommt die "Metropole" immer mehr zu einem Zentrum des nehmens was man kriegen kann. Jeder greift nach dem was er irgendwie erreichen kann, entweder aus purer Not oder aus Habgier.

 

So ist in Berlin letztlich eine besondere Art der Milchwirtschaft entstanden. Immer wieder werden neue Milchkühe installiert, die so lange wie möglich gemolken und schließlich ausgeschlachtet werden. BER ist nur das aktuell beschämendste Beispiel dieser pseudodemokratischen Gewaltherrschaft - von Politik mag man ja schon lange nicht mehr reden. Es ließen sich auch fast beliebig viele weitere Fälle aufzählen. An dieser Stelle sei auf einige weitere Berliner Milchkühe aus der Solarbranche wie Soltecture, PVcomB, ZPV und "Am Oktogon" verwiesen.

 

Das Muster ist immer gleich: die Projekte werden auf die Weide gestellt, die irgendwie finanziert worden ist. Auf eine nachvollziehbare oder schlüssige Begründung kommt es nämlich nicht an. Das Ziel ist ja nicht die gerechte Mehrung und Verteilung des Wohlstands für alle oder gar die Weiterentwicklung der Stadt zum Vorteil aller. Das Prinzip ist viel schlichter. Diejenigen mit den breitesten Ellenbogen und der besten Vernetzung bekommen die meiste Milch. Und sobald die Kuh abgewirtschaftet hat wird sie ausgeschlachtet, um weiteren Artgenossen Platz zu machen.

25.10.2013 / Letzte Änderung:

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