photovoltaik

photovoltaik ist ein monatlich erscheinendes Fachblatt über die Photovoltaik.

 

Bis März 2013 wurde das Magazin gemeinsam von der Solarpraxis AG und dem Alfons W. Gentner Verlag herausgegeben. Am 4.3.2013 wurde in einer Pressemeldung mitgeteilt, dass die Verlagsgemeinschaft aufgelöst worden war und die Zeitschrift nunmehr allein vom Gentner Verlag weitergeführt würde.

 

Chefredakteur ist seit Mai 2013 Heiko Schwarzburger, der auch schon früher diese Position besetzte. Laut Schwarzburger soll das Fachblatt photovoltaik "das Leitmedium der deutschsprachigen Photovoltaikmärkte" (photovoltaik 5 / 2013) sein.

Berichterstattung photovoltaik und Solarpraxis AG

Das Fachblatt photovoltaik und die Solarpraxis AG waren grundsätzlich über die CIS-Dünnschichtphotovoltaik informiert und haben mehrfach berichtet. Die Verantwortlichen wussten, wie Solarmodule zu bewerten und einzuschätzen waren. Insbesondere ist der Redaktion seit spätestens Anfang 2009 bekannt, dass Laborwerte grundsätzlich nicht auf eine industrielle Fertigung übertragen werden können, und dass der maximal erreichte Wirkungsgrad für die Bewertung einer industriellen Fertigung nicht relevant ist. Entsprechend berichtete photovoltaik in der Ausgabe 2 / 2009:

 

In der Industrie zählt dieser Maximalwirkungsgrad nichts. (Seite 51)

 

Tatsächlich relevant sind andere Kenngrößen, wie die Robustheit der Herstellungsprozesse, der mittlere Wirkungrad, die Ausschussquoten, die Modulfäche und die Langzeitstabilität.

Berichterstattung über die Soltecture GmbH

Ab Sommer 2011 bekundete die damalige photovoltaik Redakteurin Sandra Enkhardt mehrfach ausdrücklich Interesse an Informationen über die Dünnschichtphotovoltaik. Daraufhin entwickelte sich ein Informationsaustausch. Der Redaktion und der Solarpraxis AG wurden zahlreiche Unterlagen vorgelegt. Insbesondere wurden auch der Solarpraxis Geschäftsführer Karl-Heinz Remmers und der derzeitige photovoltaik Chefredakteur Heiko Schwarzburger informiert.

 

Inzwischen ist jedoch ersichtlich, dass weder photovoltaik noch die Solarpraxis AG an einer sachlichen und seriösen Berichterstattung und Information der Allgemeinheit interessiert waren. Ganz offensichtlich wurde eine andere Agenda verfolgt. Nicht ein Wort über die mitgeteilten Sachverhalte zur Dünnschichtphotovoltaik fand Eingang in die Berichterstattung des Magazins oder der Solarpraxis AG. Stattdessen hatte Remmers dem Sachverständigen Hinweisgeber in einem unsachlichen Schreiben sogar mit einer Strafanzeige gedroht.

 

photovoltaik war ersichtlich bemüht, dem Betrüger und Hochstapler Nikolaus Meyer dabei behilflich zu sein, die Geschichte der Soltecture GmbH zu verklären und von bestimmten Machenschaften der Verantwortlichen abzulenken. Dabei engagierte sich insbesondere der derzeitige photovoltaik Chefredakteur Schwarzburger, der Meyer im Juli 2013 die Möglichkeit bot, in einem Interview zahlreiche unwahre Angaben zu verbreiten. Obwohl Schwarzburger über die tatsächlichen Sachverhalte informiert war, unterließ der Chefredakteur jegliche kritische Frage oder Nachfrage.

 

Ähnlich unseriös berichtete photovoltaik auch in anderen Fällen. Beispielhaft wird hier auf die Berichterstattung über die Firma Dyesol verwiesen.

19.8.2013: "Dünnschicht-Technologie verliert Marktanteile"

Dünnschicht-Technologie verliert Marktanteile (Stand: 20.8.2013)
Dünnschicht-Technologie verliert Marktanteile (Stand: 20.8.2013)

Mit einer lapidaren Meldung teilte photovoltaik am 19.8.2013 mit, dass die Dünnschichtphotovoltaik Marktanteile verliert. In der Zusammenfassung wird berichtet:

 

In diesem Jahr wird der Anteil auf sieben Prozent zusammenschrumpfen.

 

Im Text wird dagegen verlautbart, dass der Marktanteil bis 2017 auf sieben Prozent zurückgehen soll. In jedem Fall ist die Bedeutung dieser Nachricht kaum zu überschätzen, wurde doch dem Dünnschichtsektor auch von photovoltaik vielfach eine rosige Zukunft vorhergesagt. Einige "Experten" hatten dem Sektor schon bis 2012 Marktanteile bis 30 und mehr Prozent zugetraut.

 

Die Entwicklung verläuft also ganz anders, als von den Beteiligten erwartet, was jeden Fachjournalisten alarmieren und zu weiteren Recherchen veranlassen müsste. Jedoch begnügt photovoltaik sich damit zu melden, dass First Solar angeblich zusammen mit Solar Frontier den Markt "dominiert". Das ist jedoch Unsinn. Die Dünnschichtphotovoltaik kollabiert schon seit einigen Jahren. Von einem Dünnschichtsektor kann gar nicht mehr gesprochen werden. First Solar hat Produktionslinien geschlossen und ist bemüht, auf eine kristalline Technologie umzustellen.

 

Angesichts der gravierenden konzeptbedingten Nachteile der Dünnschichtphotovoltaik ist die Entwicklung nicht überraschend. Für die Module gibt es schlicht keinen Markt. Warum sollte irgendjemand kleine, leistungssschwache und qualitativ fragwürdige Dünnschichtmodule kaufen, wenn jedes kristalline Produkt ein weit besseres Preis-Leistungsverhältnis bietet? Der Artikel zeigt einmal mehr, dass photovoltaik die schon seit Jahren erkennbare desaströse Entwicklung der Dünnschichtphotovoltaik gar nicht hinterfragen will und seinen Lesern sowie der Allgemeinheit wichtige Hintergrundinformationen vorenthält.

Änderung des Textes (4.9.2013)

Inzwischen hat photovoltaik den Artikel geändert, ohne dies kenntlich gemacht zu haben. Der oben zitierte Satz lautet nun:

 

In den nächsten Jahren wird der Anteil auf sieben Prozent zusammenschrumpfen.

 

Damit ist die unseriöse journalistische Arbeit der Redaktion erneut bestätigt. Es soll offenbar der Eindruck erweckt werden, dass der Rückgang des Marktanteils erst künftig zu erwarten sei. Tatsächlich sind die Marktanteile der Dünnschichtphotovoltaik schon seit Jahren rückläufig. Darauf hat unter anderem die Bank Sarasin 2012 hingewiesen. Der Marktanteil der Dünnschichtphotovoltaik liegt sicher schon in diesem Jahr im einstelligen Prozentbereich. Es ist schlicht eine frech, in diesem Artikel ausgerechnet auf First Solar zu verweisen ohne zu erwähnen, dass die Firma noch immer in größten Schwierigkeiten steckt und bemüht ist, seine Dünnschichttechnologie durch eine kristalline Technologie zu ersetzen.

20.8.2013: "Marktanalysten prognostizieren Ende der Konsolidierung"

Auch mit einem weiteren Bericht vom 20.8.2013 hinkt photovoltaik den tatsächlichen Entwicklungen hinterher. In diesem Fall will die Redaktion offenbar den Eindruck erwecken, dass das Ende der Branchenkonsolidierung demnächst bevorstünde. Das ist jedoch nicht der Fall. Tatsächlich zeigt die Branchenentwicklung schon jetzt wieder aufwärts.

 

Die zu erwartende Branchenentwicklung ist unter anderem von der Deutschen Bank schon vor Jahren vorausgesagt worden. 2008 rechnete die Deutsche Bank mit einer "brutalen" Konsolidierung von 2009 bis 2012, was sich als zutreffend erwiesen hat.

 

Entweder ist die photovoltaik-Redaktion über elementare Sachverhalte und Entwicklungen nicht im Bilde, oder sie will ihre Leser nicht zutreffend unterrichten.

26.8.2013: "CPV-Zelle erreicht Effizienzgrad von über 44 Prozent"

Wie photovoltaik in einer Meldung vom 26.8.2013 berichtete, ist es der Firma Solar Junction angeblich gelungen, ihren eigenen Wirkungsgradrekord mit einer Konzentratorzelle (CPV-Zelle) innerhalb eines Jahres von 44 auf 44,1 Prozent zu steigern. Damit beweist die Redaktion erneut, dass sie ihre Leser und die Allgemeinheit für dumm verkaufen möchte.

 

Im Oktober 2012 hatte Solar Junction mit dieser Presseinformation einen Rekordwirkungsgrad von 44 Prozent gemeldet. Eine Steigerung auf 44,1 Prozent ist marginal und unbedeutend. Daraus kann keineswegs wie von photovoltaik behauptet eine "Kostenersparnis" abgeleitet werden.

 

Wie weiter oben beschrieben ist der Redaktion außerdem bekannt, dass Maximalwirkungsgrade praktisch bedeutungslos sind. Unter anderem entscheidend sind der durchschnittliche Wirkungsgrad einer Serienfertigung sowie die Verteilungsform und die Verteilungsbreite. Weiter wären die Aufwendungen zu berücksichtigen, mit denen die besseren Wirkungsgrade erreicht worden sein sollen. Darauf wird jedoch in dem Artikel nicht eingegangen.

 

Vor diesem Hintergrund könnte die Mitteilung einer Wirkungsgradsteigerung von 44 auf 44,1 Prozent geradezu als kuriose Lächerlichkeit eingestuft werden. Tatsächlich besteht jedoch kein Grund zur Heiterkeit. Es ist vielmehr bestürzend, wie ein angeblich seriöses Fachblatt immer wieder über eine Branche und bestimmte Firmen berichtet, die ihre Existenz der massiven öffentlichen Förderung und den Abgaben jedes einzelnen Strombeziehers zu verdanken haben.

30.7.2013 / Letzte Änderung: 4.9.2013

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