Kooperationen

Offenbar hat das ISE mit mehreren Solarmodulherstellern zusammen gearbeitet. Es wurden außerdem Dienstleistungen im Dünnschichtsektor erbracht, in dem das ISE keine besonderen Kompetenzen vorzuweisen hat. Schon deshalb muss die Unabhängigkeit des Instituts in Frage gestellt werden.

 

Die vom ISE ausgestellten "Zertifikate" sind außerdem praktisch wertlos, weil sie nichts über die Qualität der getesteten Solarmodule oder die Leistungsfähigkeit des Herstellers aussagen. Offenbar ging es den Auftraggebern nur darum, sich mit dem Logo des bekannten Freiburger Instituts schmücken zu können.

Zusammenarbeit mit Schott Solar

Schott Solar war bzw. ist unter anderem auf waferbasierte Photovoltaik und Siliziumdünnschichtphotovoltaik spezialisiert. Zu der Firma unterhält das ISE offenbar besonders intensive Beziehungen. Laut einer Presseinformation vom 10.1.2013 besteht zwischen dem ISE und Schott Solar seit über 20 Jahren eine "Forschungspartnerschaft". Demnach hat das ISE inzwischen auch ein Patentportfolio von Schott Solar übernommen.

 

In der Vergangenheit hatte Schott Solar auch intensiv mit der Partnerschaft zum Freiburger Institut geworben. Offenbar hatte das ISE insbesondere Langzeitstudien für Schott Solar betreut und ausgewertet.

 

Die Forschungspartnerschaft wird beispielsweise in Dokumenten vom 6.8.2010 (Seite 4), 1.12.2011 (Seiten 11, 12) und vom 17.5.2012 (Strictly Confidential, Seiten 9, 10, 26, 27, 30) betont.

 

Über die Zusammenarbeit wird außerdem in weiteren  Unterlagen berichtet, die inzwischen nicht mehr im Internet auffindbar sind. Eine Aufstellung von Unterlagen Schott Solars, die mittlerweise im Internet entfernt wurden, befindet sich hier.

Dienstleitungen für den Dünnschichtsektor

Das Freiburger ISE ist hauptsächlich im Bereich der kristallinen Photovoltaik aktiv. Im Dünnschichtbereich oder im CIS-Dünnschichtsektor forscht das ISE nicht. Dennoch bietet sich das Institut auch in dem Bereich als Dienstleister an. Offenbar hat das ISE vielfach sogenannte Wirkungsgradrekorde bestätigt. Entsprechende Werbeschriften mit dem ISE-Logo sind von einigen Dünnschichtmodulherstellern verbreitet worden.
 

Zu den Unternehmen und Instituten, die sich auf diese Art mit dem Logo des bekannten Freiburger Instituts geschmückt habe, gehören das Züricher EMPA sowie für die Firmen Flisom, Solyndra, Solarion und Solibro. Auf seiner Homepage bezeichnet Solarion unter anderem das ISE als "Partner".

 

Nach vorliegenden Unterlagen hat das ISE auch mit dem Dünnschichtsolarmodulhersteller Nanosolar zusammengearbeitet. In einem als "Confidential" gekennzeichneten Dokument aus dem Jahr 2011 berichtet Nanosolar:

 

Fraunhofer Solar Cell Characterization Study - 2011

 

The technical evaluation and testing performed by Fraunhofer indicate that the Nanosolar R & D advancements have been translated into proven and reliable improvements of the solar cell.

 

Das ist eine gewagte Behauptung. Es ist jedoch nicht bekannt, ob das ISE diese Einschätzung tatsächlich teilt.

Die ISE-Zertifikate sind irreführend und wertlos

An dieser Stelle ist wiederum darauf hinzuweisen, dass die Übertragbarkeit von Laborwerten in die industrielle Praxis grundsätzlich zweifelhaft ist. Die Prozesse der Dünnschichthersteller sind sehr komplex und streuen breit. Deshalb haben Maximalwerte keinerlei Aussagekraft hinsichtlich der Leistungsfähigkeit oder Wirtschaftlichkeit eines Herstellungsprozesses.

 

In dem Fachblatt photovoltaik hat sich ein Experte entsprechend wie folgt geäußert:

 

In der Industrie zählt dieser Maximalwirkungsgrad nichts

 

Deshalb sind "Zertifikate", mit denen angeblich eindrucksvolle Laborwerte oder Rekordwirkungsgrade angepriesen werden, hinsichtlich der wirtschaftlichen Nutzbarkeit praktisch ohne jegliche Aussagekraft. Entscheidend sind dagegen andere Sachverhalte, wie Ausschussquoten, die Robustheit der Verfahren, Verteilungsformen oder Kosten, zu denen sich das ISE meistens nicht äußert. Die meisten dieser tatsächlich relevanten Sachverhalte müssten dem ISE und seinen Auftraggebern in der Regel jedoch auch bekannt sein. Entsprechend muss die breite Werbung mit Zertifikaten, die lediglich über wirtschaftlich irrelevante Sachverhalte informieren, als Desinformationsstrategie betrachtet werden.

8.5.2013 / Letzte Änderung: 10.10.2013

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