Bernward Janzing

Laut eigener Aussagen hat Bernward Janzing bis 1993 Geographie, Geologie und Biologie studiert. Seit 1995 betreibt er ein "freies" Pressebüro in Freiburg. Über eine journalistische Ausbildung verfügt Janzing offenbar nicht. Er hat lediglich ein Volontariat bei der Badischen Zeitung absolviert und war jeweils kurzfristig in mehreren Redationen (Stern, taz, Financial Times Deutschland, Spiegel) tätig.

 

Bisher wurden über 1800 Veröffentlichungen Janzings untersucht und vorläufig ausgewertet.

 

Seit 1998 gehört Bernward Janzing ohne Unterbrechung zu den Stammautoren von Neue Energie. Die genaue Zahl steht noch nicht fest, aber insgesamt dürfte Janzing für das Branchenmagazin über 500 Berichte und Artikel verfasst haben. Zusammen mit Ralf Köpke, Dierk Jensen und Sascha Rentzing gehört Janzing damit zu den mit Abstand wichtigsten und produktivsten Autoren bei Neue Energie.

 

Abgesehen davon hat Janzing in den unterschiedlichsten Zeitungen und Journalen eine Unmenge von Texten veröffentlicht und mehrere Bücher verfasst. So hat Janzing für die taz seit 1996 weit über 1000 Artikel verfasst. Die Frankfurter Rundschau hat über 100 Berichte Janzings veröffentlicht. Die Zusammenarbeit ist jedoch offenbar 2007 beendet worden. Janzing war zeitweilig auch ein wichtiger Autor Photons. Für den Verlags hat Janzing mindestens 100 Artikel verfasst.

 

Schon die erstaunliche Zahl der Veröffentlichungen weist darauf hin, dass die berichteten Sachverhalte nicht recherchiert und hinterfragt worden sein können. Das spiegelt sich in den Inhalten wieder. Über die Erneuerbaren Energien wird fast ausschließlich unkritisch berichtet, die Atomkraft wird von Janzing hingegen durchgehend negativ beurteilt.

 

Tatsächlich muss Bernward Janzing als Lobbyist und Auftragsschreiber bezeichnet werden. Entsprechend ist Janzing nicht nur für Neue Energie, sondern regelmäßig auch für andere Branchenblätter wie etwa Biogas Journal und Pellets tätig. Janzing schreibt auch für kommerzielle und öffentliche Auftraggeber, so etwa für die GIZ, Magazin Deutschland, Greenpeace Energy, Reformhaus und Naturstrom.

 

Erstaunlicherweise hat Janzing auch von RWE, einem der aus seiner Sicht verhaßten "Atomkonzerne", Geld angenommen. Zu dem Herausgeberwerk Sichere Energie im 21. Jahrhundert, hat Janzing vier Kapitel über Kleinkraftwerke, Windkraft, Wasserkraft und Geothermie beigesteuert. Das Buch wurde von RWE finanziert und erschien in zwei Auflagen 2006 und 2008. (24.5.2016 / Letzte Änderung: 30.3.2017)

Arbeitsweise

Die Arbeitsweise Janzings ähnelt verblüffend der Vorgehensweise anderer Autoren, wie etwa Dierk Jensen oder Sascha Rentzing.

Veröffentlichungen Bernward Janzing in Neue Energie 1998 bis 2005 und Plagiate (Stand: 4 / 2017)
Veröffentlichungen Bernward Janzing in Neue Energie 1998 bis 2005 und Plagiate (Stand: 4 / 2017)

Eine eingehende Betrachtung der Texte zeigt, dass Janzing sein "Handwerk" offenbar bei Neue Energie gelernt hat und dort zu den Autoren gehörte, die von Ralf Köpke in der Technik zur Erstellung von Eigenplagiaten unterrichtet worden sind. Das erste bisher vorliegende Eigenplagiat Janzings datiert vom Mai 1998.

 

Die nebenstehende Abbildung zeigt eine Übersicht der Veröffentlichungen Janzings in Neue Energie und der bisher vorliegenden Plagiate. Von 1998 bis 2005 veröffentlichte Neue Energie mindestens 216 Berichte Janzings. Bisher wurden 141 Plagiate dieser Auftragsarbeiten recherchiert. Die guten Verbindungen zur taz (93 Plagiate), Frankfurter Rundschau (15) und zum Handelsblatt (14 mit VDI Nachrichten) sind unübersehbar.

 

So wie Rentzing, Jensen und andere Autoren stellt sich auch Bernward Janzing seinen Lesern regelmäßig als "freier Journalist" vor. Diese Selbsteinstufung ist jedoch sicher nicht zutreffend. Tatsächlich muss Janzing als lupenreiner Lobbyist und Auftragsschreiber betrachtet werden. Seine Texte sind in der Regel offensichtlich nicht recherchiert. Stattdessen bringt Janzing genau das zu Papier, was seine Auftraggeber lesen wollen oder was in Lobbyistenkreisen gefällt. Investigative oder kritische Berichte Janzings sucht der interessierte Leser vergeblich. 

 

Über die Veröffentlichungen und die Arbeitsweise von Bernward Janzing wird nachfolgend zunächst zusammenfassend berichtet. Die Veröffentlichung von detaillierten Aufstellungen der recherchierten Texte ist in Vorbereitung. (24.5.2016 / Letzte Änderung: 20.4.2017)

Berichterstattung für Vaillant

Im Dezember 1998 hat die Frankfurter Rundschau einen Bericht Janzings über Brennstoffzellen veröffentlicht. Der Text wurde in einer Berichterstattung Neue Energie vom März 1999 weitgehend übernommen.

 

Außerdem erschien der Originaltext im November 1999 nochmals praktisch unverändert und ohne Quellenangabe im Solarbrief. Der Solarbrief ist eine Publikation des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e.V. (SFV) in Aachen.

 

Den Artikeln und den angefügten Abbildungen ist zu entnehmen, dass die Veröffentlichungen wahrscheinlich im Auftrag der Firma Vaillant erfolgt und von Vaillant möglicherweise auch bezahlt worden sind.

Text 1
Text 2
Typ Kommentare

Frankfurter Rundschau:

Wohlig wärmt die Brennstoffzelle

(15.12.1998)

 Neue Energie:

Die Brennstoffzelle: Heizung der Zukunft

(3 / 1999)

 P-4/60

(Vergleich)

Erheblich erweitertes Eigenplagiat, offensichtlich Auftragsarbeiten für die Firma Vaillant

 Solarbrief:

Wohlig wärmt die Brennstoffzelle

(11 / 1999)

W-10/100

(Vergleich)

Nicht aktualisierte Wiederholung des Originalartikels ohne Quellenangabe

Typ: P: Plagiat, W: Wiederholung

Gift in Solarzellen

Am 23.11.2010 berichtete Bernward Janzing in der taz über "Gift in Solarzellen". Möglicherweise handelt es sich bei dem Artikel um einen Originaltext. Kurz darauf erschienen zwei manipulierte Versionen in der Badischen Zeitung und auf der Internetseite "Klimaretter".

Text 1
Text 2
Typ Kommentare

taz:

Gift in Solarzellen (Link)

(23.11.2010)

 Badische Zeitung:

Darf eine Solarzelle Gift enthalten? (Link)

(24.11.2010)

 P-0/90

(Vergleich)

Eigenplagiat, manipuliert, inahltlich ergänzt

 Klimaretter:

Entgiftungskur für Solarzellen (Link)

(24.11.2010)

P-0/90

(Vergleich)

Eigenplagiat, geringfügig manipuliert

Typ: P: Plagiat

Weitere Beispiele

Die folgende Tabelle enthält weitere Beispiele für die Arbeitsweise von Bernward Janzing.

Nr. Text 1
Text 2
Typ Kommentare
1

Neue Energie:

Strom aus Biogas ist kein Privileg der Bastler mehr

(3 / 1999)

taz:

Kein Privileg der Bastler (Link) (24.2.2001)

P-24/95

(Vergleich)

Werbetexte für die Firma Schmack Biogas

Eigenplagiat, vielfach manipuliert, manipuliertes Zitat: Körbitz (4/4)

2

Neue Energie:

"Von der Pfanne in den Tank"

(4 / 2000)

taz:

Sprit aus der Pommesbude (Link)

(2.9.2000)

P-5/98

(Vergleich)

Über die Verwertung alter Frittierfette bei Mc Donalds in Österreich

Eigenplagiat: manipuliert, gekürzt

3

Neue Energie:

Aus dem Allgäu in die ganze Welt

(11 / 2000)

taz:

Aus dem Allgäu in die ganze Welt (Link)

(25.9.2004)

P-35/75

(Vergleich)

Wiederverwertung eines fast 3 Jahre alten Werbetextes für die Firma Biogas Schnell

Eigenplagiat: stark gekürzt, 3 manipulierte Zitate: Schnell (1/1, 6/4, 11/5)

4

Neue Energie:

"In der kristallinen Siliziumzelle steckt Potenzial"

(6 / 2005)

Handelsblatt:

"Laser machen dünnere Zellen möglich" (Link)

(16.12.2005)

P-6/95

(Vergleich)

Gefälschtes Interview mit Gerhard Willeke (Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme)

5

Neue Energie:

Wärme im großen Stil

(10 / 2005, Fotos: Armin Wenzel)

taz:

Solare Prozesswärme für die Industrie (Link)

(26.8.2006)

P-11/85

(Vergleich)

Prozesswärme für die Industrie

Eigenplagiat: manipuliert, 2 manipulierte Zitate: Hennecke (3/8), Rommel (14/5)

6

Die Zeit:

Das Wunder von Berlin (Link)

(20.4.2006)

Badische Zeitung:

Nicht einen Cent dazu bezahlt

(8.6.2006)

P-2/95

(Vergleich)

Einsparcontracting in Berlin und Freiburg

Eigenplagiat: manipuliert, gekürzt

 7

Badische Zeitung:

Auffanggesellschaft soll Solarsparte sichern (Link)

(28.8.2012)

Neues Deutschland:

Rettungsschirm für die Solarindustrie (Link)

(31.8.2012)

P-0/90

(Vergleich)

Bericht über einen Vorschlag des Wirtschaftsforschers Ulrich Blum

Eigenplagiat: manipuliert, ergänzt, 4 manipulierte Zitate: Blum (2/3, 2/4, 3/4, 3/5)

Typ: P: Plagiat

24.5.2016 / Letzte Änderung: 20.4.2017

Eine Ansage:

Typologie der PV-Module:

Typologie der Herstellungsverfahren für Solarmodule

Eine herzliche Bitte:

Fundamentaler Fehler:

Für Hinweisgeber:

Warnungen für Hinweisgeber

 Scheibenwischer: