Niklas Papathanasiou

Wie schnell man im Netzwerk des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) Karriere machen kann, zeigt auch der Fall des Niklas Papathanasiou.

 

Der Physiker promovierte 2004, damals noch als Niklas Rega, bei Professor Martha Lux-Steiner. Informationen über die Promotion sind hier abrufbar. Laut Vita arbeitete Papathanasiou anschließend bis 2008 als Post-Doc weiter am HZB bei Lux-Steiner.

Leitender Mitarbeiter bei Inventux von 2008 bis 2010

Nach eigenen Angaben war der Wissenschaftler von 2008 bis 2010 für den Berliner Dünnschichtmodulhersteller Inventux tätig. Offenbar hatte man den Berufsanfänger dort ohne jegliche Industrieerfahrung sofort zum Gruppenleiter "R & D Thin-Film Technology" ernannt. Das ist sehr erstaunlich. Es ist unvorstellbar, dass ein Berufseinsteiger wie Papathanasiou in einer professionell geführten Firma gleich eine derartige Position erhalten hätte. Angesichts der Herausforderungen und Ziele, die Inventux erreichen musste, hätte die Position auf jeden Fall mit einem führungs- und industrieerfahrenen Mitarbeiter besetzt werden müssen.

 

Auch nach fachlichen Kriterien war Papathanasiou sicher nicht die richtige Wahl. Inventux war bekanntlich auf die Siliziumdünnschichtphotovoltaik spezialisiert. Dagegen war der Physiker jedoch ein Spezialist für die CIS-Dünnschichtphotovoltaik.

Gruppenleiter CIGS-Photovoltaics

CIGS-Baseline Gruppenleitung: Dr. Niklas Papathanasiou (Homepage PVcomB, 3.2.2014)
CIGS-Baseline Gruppenleitung: Dr. Niklas Papathanasiou (Homepage PVcomB, 3.2.2014)

Im Dezember 2010 ist Papathanasiou zum HZB zurückgekehrt und besetzte dort wie nebenstehend dokumentiert die Stelle des Gruppenleiters bzw. Managers "CIGS Photovoltaics" in der Arbeitsgruppe PVcomB.

 

Immerhin ist Papathanasiou damit in seinen angestammten Bereich der CIS-Photovoltaik zurück gekehrt. Aber es ist wiederum erstaunlich, dass die Position nicht mit einem erfahreneren Wissenschaftler besetzt worden ist. Immerhin war PVcomB angeblich ein wichtiges Projekt. Der Gruppenleiter CIGS muss ein Team von Mitarbeitern anleiten und mit angeblich "zahlreichen" und "wichtigen" Industriepartnern zusammen arbeiten.

 

Die Personalie lässt sich jedoch leicht deuten. Als endgültig klar war, dass Inventux chancenlos war, galt es bestimmte Mitarbeiter zu retten. Anders als auf sinkenden Schiffen retten sich bei Industriepleiten jedoch offenbar die Männer und leitenden Mitarbeiter zuerst. So kehrte auch Papathanasiou rechtzeitig vor der Insolvenz von Inventux zurück in den sicheren Schoß des HZB. Sozialpläne sind wohl nur für die "einfachen" Mitarbeiter da, nicht jedoch für die Schützlinge des HZB.

 

Und schließlich war der vom PVcomB propagierte sequentielle Ansatz, der zusammen mit Centrotherm verfolgt werden sollte, ohnehin absehbar aussichtslos. Es war also nur noch der Schein zu wahren, dass die Entwicklung von CIS-Technologien bei PVcomB weiter verfolgt werden sollte. Entsprechend sucht man die Firma Centrotherm auch vergeblich als Partner auf der Internetseite des PVcomB, obwohl die Zusammenarbeit im April 2011 noch vollmundig angekündigt worden ist. Offensichtlich handelte es sich bei diesem angeblichen Kooperationsvertrag zwischen PVcomB und Centrotherm jedoch nur um eine Scheinvereinbarung.

 

Es versteht sich fast von selbst, dass sich kein ambitionierter Wissenschaftler in eine solche Karrieresackgasse hätte abschieben lassen. Somit konnte die Position des Gruppenleiters CIGS gut dafür genutzt werden, einen bei Inventux gescheiterten HZB-Mitarbeiter zu retten.

Selenisierungsanlage der Firma Smit Ovens

Laut PVcomB war Papathanasiou offenbar auch hauptverantwortlich für die Auswahl einer Anlage der Firma Smit Ovens zuständig. Papathanasiou begründete die Investition hier wie folgt:

 

“Experiments show that vapor phase reactors allow new pathways into highly efficient CIGS cell development.”, states Dr. Niklas Papathanasiou, manager CIGS development at PVcomB. “The active reactor design is the industrialized solution for our experiments”. (PVcomB, 1.1.2013)

 

Dem Wissenschaftler muss jedoch die Vorgeschichte bewusst gewesen sein. Die Planungen für PVcomB begannen 2006, die Einrichtung der Testlinien war zeitkritisch. Mit der Einrichtung einer sequentiellen Testlinie sollte vor allem der HZB-Ausgründung Soltecture und der Firma Avancis unter die Arme gegriffen werden. Dazu war ursprünglich eine Zusammenarbeit mit dem Anlagenlieferanten Centrotherm geplant. Weiteres dazu ist hier hinterlegt.

 

Warum die CIGSe-Testlinie erst 7 Jahre später durch einen Prozessofen der Firma Smit Ovens vervollständigt wurde, wird zu klären sein. (3.2.2014 / Letzte Änderung: 11.2.2014)

Weitere Vernetzungen

Das HZB und insbesondere Niklas Papathanasiou sind auch noch auf private Art und Weise mit weiteren Dünnschichtsolarfirmen und sogar der Welt der Medien vernetzt. Das wird deutlich, wenn man die Vita und die Tätigkeiten von Olga Papathanasiou betrachtet, mit der Niklas Papathanasiou wohl schon seit einigen Jahren verheiratet ist.

Neuer Leiter CIGS Christian Kaufmann?

Seit einigen Tagen wird auf der Seite "PVcomB Mitarbeiter" der Wissenschaftler Christian Kaufmann als "Leiter CIGS" vorgestellt. Es ist jedoch unklar, ob die Leitungsfunktion von Papathanasiou auf Kaufmann übertragen worden ist.

 

Mit einer Nachricht vom 3.2.2014 wurden Papathanasiou und Kaufmann auf diese Internetseite hingewiesen und um Auskunft gebeten. (3.2.2014)

Erneute Änderung auf der Seite "PVcomB Mitarbeiter"

Die oben genannte Anfrage ist bisher nicht beantwortet worden. Die Seite "PVcomB Mitarbeiter" ist jedoch wiederum geändert worden. Christian Kaufmann wird zwar noch als Gruppenleiter vorgestellt, jedoch nicht ausdrücklich für den Bereich CIGS. (19.2.2014)

6.1.2014 / Letzte Änderung: 19.2.2014

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