Soltecture GmbH (ehemals Sulfurcell GmbH)

Als Hausbank der Berliner Soltecture GmbH (früher Sulfurcell GmbH) äußerte sich die Deutsche Bank auffällig positiv über den eigenen Kunden.

Verlautbarung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

In einer Ausgabe der RBB-Abendschau, die 2012 von der Homepage des RBB entfernt worden ist, äußerte sich ein leitender Mitarbeiter der Deutschen Bank über Sulfurcell im Februar 2009 wie folgt:

 

In unserem Hause haben wir derzeit in Deutschland keinerlei Einschrän­kungen, eben für gute Projekte Kredite zu vergeben, und deswegen ist es einfach wichtig auch deutlich zu machen, dass eben für gute und zukunftsträchtige Projekte auch in diesen schwierigen Zeiten zugege­benermaßen eben doch auch die Ressourcen vorhanden sind noch. Auch hier in Berlin. (Deutsche Bank, Februar 2009)

 

Eine derartige Werbung durch das größte Kreditinstitut Deutschlands im öffentlich-rechtlichen Fersehen dürfte wohl nicht vielen Bankkunden zuteil werden. Bis Januar 2011 warb Sulfurcell mit dem Beitrag auf der eigenen Homepage.

 

Eine Petition zur Veranlassung der Aufklärung der Sachverhalte ist im Mai 2013 an die Verantwortlichen versendet worden.

Sonnengötter aus Adlershof

"Sonnengötter aus Adlershof": abrufbar auf der Internetseite der Deutschen Bank bis 2010
"Sonnengötter aus Adlershof": abrufbar auf der Internetseite der Deutschen Bank bis 2010

Auf der eigenen Internetseite äußerte sich die Deutsche Bank wie nebenstehend abgebildet über die Sulfurcell GmbH. Damit wurde der Kunde in das denkbar beste Licht gerückt.

 

Die Rede war von "Sonnengöttern aus Adlershof". Die Module mit sehr geringen Wirkungsgraden zwischen 5 und 7,5 Prozent wurden als "modern", "innovativ" und "wegweisend" bezeichnet. Angeblich setzte Sulfurcell damit "völlig neue Maßstäbe". Es ist jedoch undenkbar, dass der Deutschen Bank entgangen war, dass die Firma keineswegs ein "Trendsetter" war, sondern als Nachzügler im Bereich der CIS-Photovoltaik an den Start gegangen war und schon seit Jahren in größten Schwierigkeiten steckte. 

 

Die Deutsche Bank vergaloppierte sich vollends mit der Behauptung, dass die Module mit den "herkömmlichen sperrigen Paneelen auf den Hausdächern" nichts mehr gemeinsam gehabt hätten. Offenbar war übersehen worden, dass die Bezeichnung "Dünnschicht" sich nur auf die Stärke der Halbleiterstruktur bezieht und nicht auf das Modul. Tatsächlich waren die Module Sulfurcells besonders dick und schwer. Üblicherweise sind die Solarzellen nur auf der Vorderseite mit Glas abgedeckt. Bei den Dünnschichtmodulen Sulfurcells bestand jedoch auch die Rückseite aus Glas, was erhebliche Gewichts- und weitere Nachteile mit sich bringt. Das hätte eigentlich bei der Deutschen Bank bekannt sein sollen.

 

Außerdem war der Deutschen Bank sicher bewusst, dass sich derart kleine Module für den Einsatz an Hausfassaden besonders schlecht eignen. Bekanntlich sind für derartige Anwendungen vor allem hochwertige und großflächige Module gefragt. Auch mit der Abbildung suggerierte die Deutsche Bank wider besseres Wissen die Eignung der Sulfurcell-Module für den Einsatz in der gebäudeintegrierten Photovoltaik.

 

Nach einem ersten Schreiben vom 3.8.2010 an die Deutsche Bank wurde der nebenstehende Text von der Internetseite der Deutschen Bank entfernt.

Marginale Forderung im Insolvenzverfahren

Es scheint weiter aufschlussreich, dass die Deutsche Bank im Insolvenzverfahren nur eine marginale Forderung geltend gemacht hat. Offenbar ist die Deutsche Bank im Fall Soltecture nur geringe Risiken eingegangen und hat ihre Schäfchen rechtzeitig ins Trockene gebracht.

Projekt "Am Oktogon"

Nach vorliegenden Unterlagen hat die Deutsche Bank die Solaranlage des Projekts "Am Oktogon" in Berlin Adlershof finanziert. In dem Fall wurden Module der Firma Soltecture eingesetzt. Dabei drängen sich einige Fragen auf.

 

Insgesamt ist völlig unverständlich, dass die Deutsche Bank trotz detaillierter Hintergrundkenntnisse hier 2010 die Finanzierung übernommen hat.

22.5.2013 / Letzte Änderung: 1.2.2014

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