Übersicht

Ein Ausgangspunkt für Fehlentwicklungen in der Photovoltaik war das Hahn-Meitner Institut (HMI), das 2008 im Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) aufgegangen ist. Das inzwischen ersichtliche Bild ist beunruhigend. Die Entwicklung nahm 2001 mit der mühsamen Gründung Sulfurcells (später Soltecture) ihren Lauf. Die Mission war absehbar chancenlos.

 

Als der Misserfolg 2006 fest stand und kaum noch zu vertuschen war, wurde das Projekt PVcomB gestartet. Damit sollte eine angebliche „Lücke“ zwischen wissenschaftlicher und privater Forschung geschlossen werden. Eine solche Lücke hat es jedoch noch nie gegeben. Bei PVcomB ging es schlicht um die Prozessentwicklung, mit der jeder Chemiebetrieb zu tun hat. Tatsächlich sollte PVcomB neben der eigenen Ausgründung auch anderen Solarmodulherstellern helfen, die in größter Not waren. Schon kurz nach der Gründung war der vermeintliche Retter PVcomB selbst in Not. Selbst das schmale Budget konnte nicht finanziert werden, da die Aufträge der acht angeblichen Industriepartner ausblieben.

 

Da auch die Finanzierung durch schwarze Kanäle, wie der Einstein-Stiftung Berlin, nicht ausreichend war, wurde mit dem Zentrum für Photovoltaik (ZPV) in Adlershof das nächste unsinnige Projekt initiiert. Ursprünglich sollte PVcomB 4000 m² im ZPV belegen. Doch davon ist längst keine Rede mehr. Die speziell auf die Bedürfnisse des PVcomB abgestimmte Luxusresidenz wurde mit einiger Verzögerung und der für Berlin üblichen Kostenexplosion trotzdem fertig gestellt. Inzwischen haust ein Start-up, das mit Photovoltaik nichts am Hut hat, in einer der Hallen im Erdgeschoss. Wer auf die verrückte Idee gekommen ist, die Hallen voll zu verglasen, ist unbekannt. Nutznießer sind Passanten, die einen direkten Einblick erhalten und Einsicht in freizügig ausgelegte vertrauliche Dokumente nehmen oder diese durch die Fenster abfotografieren können.

 

Flankiert wurde die Fehlentwicklung durch eine beispiellose Desinformationskampagne. Schon 2002 „informierte“ der Berufsanfänger und HZB-Absolvent Nikolaus Meyer die Bank Sarasin, die in jährlichen Solarstudien sogar Angaben und Falschinformationen Meyers ohne Quellenangabe abdruckte. Außerdem wurde der Fachverlag Wiley-VCH vereinnahmt, der einen weitgehend unseriösen Artikel Meyers mehrfach veröffentlichte. In den beiden einzigen Quellen von „Photovoltaik auf Glas“ verwies Meyer auf eine HZB-Arbeit und auf seine eigenen bei Sarasin gestreuten Desinformationen.

 

Mit Olga Papathanasiou trat eine weitere HZB-Absolventin sogar als Redakteurin der Fachzeitschrift PHOTON in Erscheinung. So wurde 2009 mit einem aggressiven Artikel der wohl unliebsame HZB-Konkurrent Nanosolar attackiert, während der Partner Solibro gelobt wurde. Papathanasiou arbeitete auch mit der Redakteurin Ines Rutschmann zusammen. Man hatte wohl gemeinsam beschlossen, wichtige Informationen über Soltecture zu verheimlichen.

 

2010 fiel das Kartenhaus in sich zusammen, 2011 begannen stillschweigend die Aufräumarbeiten. Die Geschäftsführer Michael Steiner und Ulrich Breuer entzogen sich ihrer Verantwortung und kehrten dem HZB den Rücken. Breuer wurde mit einem Posten beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) versorgt. Der für das Geschäftsfeld Energie zuständige Wolfgang Eberhardt wurde am 6.6.2011 als Geschäftsführer abberufen. Mit dem Jahresabschluss 2011 machte das HZB Tabula rasa. Die Beteiligung an Soltecture wurde schon vor der Insolvenz mit irrsinniger Begründung abgeschrieben. PVcomB war im Sommer 2011 klammheimlich in das HZB integriert worden, was auch der Lagebericht verschwieg. Den in wesentlichen Teilen unzutreffenden und unvollständigen Bericht hätten eigentlich Steiner und Breuer unterzeichnen müssen. Da diese sich schon aus dem Staub gemacht hatten, wurde das Dokument von Anke Kaysser-Pyzalla und Thomas Frederking unterzeichnet.

 

Der gescheiterte PVcomB-Leiter Rutger Schlatmann wurde mit einer Professur an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) belohnt. PVcomB dient nun wohl auch als Auffangbecken für Schützlinge des HZB, die als Mitarbeiter von Solarunternehmen baden gegangen sind.

 

Die geräuschlose Abwicklung Soltectures wurde von PHOTON und Ines Rutschmann unterstützt. Noch vor der Insolvenz wurden auf Betreiben PHOTONs bestimmte Geschäftspartner und Kunden entschädigt. Außerdem unterließ PHOTON 2011 eine geplante Veröffentlichung. Der Insolvenzverwalter Hartwig Albers beteiligte sich ebenfalls an den Vertuschungsaktionen, indem er dem Insolvenzgericht und den Gläubigern wichtige Informationen vorenthielt.

 

Das Archiv umfasst nun mehr als 3000 Unterlagen und zeigt auch, dass das Internet seit einigen Jahren frisiert wird. Die Beseitigung wichtiger Unterlagen wurde von fast allen Beteiligten betrieben. Sogar der RBB und die Deutsche Welle entfernten 2012 relevantes Material von ihren Internetseiten.

 

Schließlich musste noch ein Sachverständiger zum schweigen gebracht werden. So wurde Anfang 2011 beschlossen Unterlassungserklärungen zu erpressen. Neben dem HZB gehörte die Deutsche Bank zu den Initiatoren dieser Angriffe. Die Berliner Senatsverwaltung unterstützte den Plan auch durch die unzulässige Weitergabe einer Eingabe, die nicht zu beanstanden war. Soltecture unterrichtete das Landgericht Berlin sogar eidesstattlich unwahr, um einstweilige Verfügungen als Druckmittel zu erwirken.

 

Wer nun glaubt, dass die Berliner Justiz als unabhängige Instanz sicher felsenfest auf der Seite des Rechtsstaats stand, dem sei das Protokoll einer Verhandlung vom 13.4.2011 am Landgericht Berlin als Lektüre empfohlen. Die geforderten Erklärungen wurden trotzdem nicht unterschrieben, alle Vorwürfe haben sich inzwischen als unbegründet erwiesen.

 

Die sogenannten Verantwortlichen haben auch den Verlag Wiley-VCH kontaktiert, um den Experten zu diffamieren und so die Realisierung eines Buchprojektes zu verhindern. Offenbar glauben einige Beteiligte, die rechtsstaatlichen Grundlagen der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt untergraben zu dürfen. Wenn aber Wissenschaftler glauben, rechtsstaatliche Sicherungen aushebeln zu dürfen, um eigenes Fehlverhalten zu kaschieren, und dabei sogar staatlicherseits unterstützt werden, dann ist wohl endgültig klar, dass es am HZB gravierende Probleme geben muss.

 

Statt der Allgemeinheit zu dienen, hat sich die Wissenschaft hier von politischen Interessen vereinnahmen, vom schönen Schein des Gelds verlocken und von der Wirtschaft instrumentalisieren lassen. Dabei sind offenbar jegliche Sachlichkeit, jegliches Verantwortungsbewusstsein und jegliche wissenschaftliche Redlichkeit abhanden gekommen.

 

Offensichtlich bezeichnet das Attribut „beunruhigend“ diese Bilanz doch nur eher unzureichend.

13.1.2014 / Letzte Änderung:

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